Rund um Cardital kursieren im Netz Anzeigen, in denen bekannte Gesichter für ein Nahrungsergänzungsmittel zur Herzgesundheit werben.
Der prominenteste Name ist Eckart von Hirschhausen – doch er hat mit dem Produkt nichts zu tun. Cardital war außerdem nicht in „Die Höhle der Löwen“. Wer beides liest, sollte sofort misstrauisch werden.
Kriminelle nutzen echte Fotos, Stimmen und sogar KI-generierte Videos, um bekannte Persönlichkeiten so wirken zu lassen, als würden sie das Produkt bewerben.
Hirschhausen hat auf seiner Webseite und auf YouTube klargestellt: keine Kooperation, keine Empfehlung, keine Werbung. Der WDR hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet, weil Bildmaterial aus echten Interviews ohne Erlaubnis verwendet wurde. Einige der Webseiten wurden zwar abgeschaltet, neue tauchen immer wieder auf.
Wer noch als Werbegesicht missbraucht wird
Laut Verbraucherzentrale NRW sind weitere Prominente betroffen: Uschi Glas, Beatrice Egli, Maite Kelly, Barbara Schöneberger, Dieter Bohlen, Sandra Maischberger, Markus Lanz und sogar die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Muster ist immer dasselbe: Ein echtes Interview wird genommen, der Originalton per KI ersetzt – und schon wirbt eine Person für ein Produkt, von dem sie noch nie gehört hat.
Was Cardital tatsächlich ist
Die Kapseln werden als natürliches Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Extrakten, Vitaminen und Mineralstoffen verkauft. Die Werbeversprechen reichen von besserer Durchblutung bis zu stabilerem Blutdruck. Auf Trustpilot gibt es bisher nur drei Bewertungen mit einem Schnitt von 3,2 von 5 Sternen – viel zu wenig für eine belastbare Einschätzung. Zwei Käufer berichten, dass sich ihr Blutdruck nach Wochen der Einnahme nicht verändert habe.
Warum Heilversprechen juristisch problematisch sind
Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente. Aussagen wie „normalisiert den Blutdruck“ oder „reinigt die Gefäße“ sind rechtlich nicht erlaubt. Die Verbraucherzentrale berichtet sogar von einem Fall, in dem einem Käufer telefonisch geraten wurde, seine Diabetes-Tabletten abzusetzen und nur noch die bestellten Kapseln zu nehmen. Das ist nicht unseriös, das ist gefährlich. Herz-Kreislauf-Themen gehören in die Hände eines Arztes – nicht in die einer fragwürdigen Online-Anzeige.